Salomé. Henner und Moreau gegenüber dem Mythos.
Am Ende des 19. Jahrhunderts zentriert Salomé Begierde, Gewalt, religiösen Mysterium und symbolistischen Imaginarium. Das Musée Jean-Jacques Henner lädt ein, diesen Mythus durch zwei sehr unterschiedliche Temperamente zu betrachten. Gustave Moreau macht ihn zur Obsession: er vervielfältigt die Variationen und treibt d...
Besuchsbeschreibung
Drei schnelle Lesarten für diese Ausstellung.
Besuchsbeschreibung
Am Ende des 19. Jahrhunderts zentriert Salomé Begierde, Gewalt, religiösen Mysterium und symbolistischen Imaginarium. Das Musée Jean-Jacques Henner lädt ein, diesen Mythus durch zwei sehr unterschiedliche Temperamente zu betrachten.
Was du sehen kannst
Um zu verstehen, wie zwei Künstler Bilder fast zueinander verschobene aus dem gleichen Mythus errichten. Moreau magnetisiert durch den Überschuss des Details, Henner durch die radikale Reduktion. Der Vergleich gibt einen klaren Einstieg in das Imaginarium des Fin-de-sièclé.
Praktische Einordnung
Musée Jean-Jacques Henner - 43, avenue de Villiers - 75017 - Tarif: zahlend
Überblick
Der direkteste Einstieg in Thema und Kontext der Ausstellung.
Das Henner-Museum setzt sich mit zwei Salomés auseinander: die übermässige Fantasie Gustave Moreaus und die entblößte Gestalt von Jean-Jacques Henner, der den Kopf des heiligen Johannes dargeboten hat.
Am Ende des 19. Jahrhunderts zentriert Salomé Begierde, Gewalt, religiösen Mysterium und symbolistischen Imaginarium. Das Musée Jean-Jacques Henner lädt ein, diesen Mythus durch zwei sehr unterschiedliche Temperamente zu betrachten. Gustave Moreau macht ihn zur Obsession: er vervielfältigt die Variationen und treibt das Detail so weit, dass das Bild fast wie ein Tätowierung wirken würde. Das Ornament, der Dekor und die Präsaturation übersättigen die Szene, als würde der Mythus im Glanz der Zeichen verschwinden müssen. Jean-Jacques Henner wählt hingegen die Konzentration. Seine Salomé hält den Kopf des heiligen Johannes des Täufers, ohne Dekor oder Zuthagen, in einem Bild, das auf seine wesentliche Bewegung reduziert wurde. Die Konfrontation macht das Thema sehr lesbar: auf der einen Seite eine üppige Sichtweise, die Oberfläche fasziniert; auf der anderen Seite eine stumme Anwesenheit, fast nackt. Die Ausstellung zeigt so, wie eine gleiche Erzählung zwei entgegengesetzte Sprachen produzieren kann. Sie beleuchtet auch die Macht von Salomé im Kunst des Fin-de-sièclé, zwischen Bestörtheit des Blicks, narrativen Spannung und Faszination für gefährliche weibliche Figuren.
Warum hingehen
Nützliche Signale zum Vergleichen, Vormerken oder Buchen.
Redaktioneller Blick
Um zu verstehen, wie zwei Künstler Bilder fast zueinander verschobene aus dem gleichen Mythus errichten. Moreau magnetisiert durch den Überschuss des Details, Henner durch die radikale Reduktion. Der Vergleich gibt einen klaren Einstieg in das Imaginarium des Fin-de-sièclé.
["Der Salomé-Mythus zurückgesetzt in das Ende des 19. Jahrhunderts. ", "Die obsessionalen Variationen von Gustave Moreau. ", "Die Salomé von Henner, die den Kopf des heiligen Johannes des Täufers hält. ", "Ein Gegensatz zwischen überladener Dekoration und zuthagenlosem Bild. "]
Bilder und visuelle Referenzen
Verfügbares Bildmaterial zu dieser Ausstellung.
Diese Ausstellung nach Blickwinkel entdecken
Dieselbe Ausstellung lässt sich nach Thema, Format, Gegenstand oder Profil lesen.
Kunstrichtungen
Besuch planen
Musée Jean-Jacques Henner - 43, avenue de Villiers - 75017 - Tarif: zahlend
Musée Jean-Jacques Henner - 43, avenue de Villiers - 75017 - Tarif: zahlend